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Reise-Guide
Regeln in den Nationalparks.
Rund ein Viertel der Landesfläche Costa Ricas steht unter Schutz — Nationalparks, Reservate und private Schutzgebiete. Das Land hat seinen Wald zurückgewonnen, nachdem in den 1980er Jahren große Flächen gerodet waren. Dieser Erfolg beruht auf klaren Regeln, an die sich Besucher halten.
Die Grundregeln
- Auf den markierten Wegen bleiben. Neben dem Pfad wächst nicht nur empfindliche Vegetation — dort liegen auch Schlangen.
- Nicht füttern. Auch keine Bananen für Kapuzineraffen: Gefütterte Affen werden aggressiv, verlieren die Scheu und werden am Ende umgesiedelt oder getötet.
- Abstand halten. Faultiere und Affen sitzen oft dicht über dem Weg — nicht am Baum rütteln, nicht klettern, nicht nach oben rufen.
- Leise sein. Wer redet, sieht weniger. Die meisten Tiere hört man zuerst.
- Nichts mitnehmen — keine Muscheln, keine Samen, keine Blüten, kein Holz. Die Ausfuhr von Pflanzen- und Tierteilen ist verboten.
- Feste Öffnungszeiten und Besucherkontingente: Manche Parks wie Manuel Antonio oder Corcovado lassen nur eine begrenzte Zahl Besucher pro Tag zu, teils nur mit zertifiziertem Guide.
An den Schildkrötenstränden
Die Eiablage der Meeresschildkröten ist eines der großen Erlebnisse Costa Ricas — und einer der störanfälligsten Momente überhaupt. In Tortuguero, Ostional und anderswo gilt deshalb:
- Nur mit lizenziertem Guide, in kleinen Gruppen, zu festgelegten Zeiten.
- Kein weißes Licht, kein Blitz, keine Handytaschenlampe. Nur das rote Licht des Guides. Licht bringt Weibchen zum Umkehren und lockt Jungtiere in die falsche Richtung.
- Nicht vor die Schildkröte treten und nichts anfassen — auch keine Jungtiere „zum Helfen" ins Wasser tragen.
Sicherheit im Wald
- Nichts anfassen, was man nicht kennt. Manche Raupen, Frösche und Pflanzen sind giftig — Anschauen genügt.
- Nicht in Astlöcher oder unter Steine greifen.
- Nachtwanderungen nur mit Guide. Das ist keine Formalie, sondern in den meisten Parks Vorschrift.
- Vorsicht an der Pazifikküste: Brandungsrückströmungen sind die häufigste Unfallursache. Nur an bewachten Stränden schwimmen.
Verantwortungsvoll unterwegs
- Keine Angebote mit gefangenen Wildtieren. Faultier-Selfies, Affen an der Leine, „Auffangstationen" mit Streichelmöglichkeit — seriöse Rettungszentren erlauben keinen Körperkontakt.
- Wasserflasche mitnehmen. Leitungswasser ist in Costa Rica fast überall trinkbar.
- Riffverträgliche Sonnencreme an der Küste, besser noch ein langärmliges Schwimmshirt.
Der beste Rat
Nehmen Sie einen einheimischen Naturführer, auch wo es nicht vorgeschrieben ist. Was Sie allein im Wald übersehen — ein Faultier in zwanzig Metern Höhe, eine Eule im Astloch, einen Quetzal — zeigt Ihnen ein guter Guide in der ersten halben Stunde.