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Reise-Guide
Fotografie im Regenwald.
Der Regenwald ist das schwierigste Fotorevier überhaupt: Es ist dunkel, die Motive sitzen hoch, der Kontrast zwischen Blätterdach und Schatten ist extrem, und die Luftfeuchtigkeit arbeitet gegen jedes Gerät. Wer das einkalkuliert, kommt mit außergewöhnlichen Bildern zurück.
Technik bei wenig Licht
- Hohe ISO ist kein Makel. Unter dem Kronendach sind ISO 3200 bis 6400 normal — ein leicht rauschendes Bild ist besser als ein verwackeltes.
- Lichtstarkes Teleobjektiv: 100–400 mm reicht, aber die Offenblende zählt hier mehr als die Brennweite.
- Belichtung korrigieren: Ein dunkles Faultier vor hellem Himmel wird sonst zur Silhouette. Spotmessung auf das Tier, oder +1 bis +2 EV.
- Stativ oder Bohnensack für Motive, die sich nicht bewegen — bei Faultieren haben Sie alle Zeit der Welt.
- Fernglas ist wichtiger als jedes Objektiv. Was Sie nicht finden, können Sie nicht fotografieren.
Feuchtigkeit und Kondens
- Der klimatisierte Raum ist der Feind. Kommt die kalte Kamera nach draußen, beschlägt sie innen und außen. Gerät über Nacht nicht in die Klimaanlage legen, oder morgens 20 Minuten vorher hinausstellen.
- Silicagel-Beutel in die Fototasche — sie ziehen Feuchtigkeit und lassen sich immer wieder trocknen.
- Regenschutz für die Kamera, notfalls eine Duschhaube oder Plastiktüte mit Gummiband.
- Objektivwechsel möglichst selten — feuchte Luft und Sporen im Gehäuse sind der Anfang von Pilzbefall auf den Linsen.
Ethik — das Tier steht über dem Bild
- Kein Blitz auf nachtaktive Tiere. Faultiere, Frösche, Nachtaffen und Eulen werden dadurch geblendet; in vielen Parks ist es untersagt.
- Nicht locken, nicht füttern, nicht rütteln. Kein Ast wird gebogen, um freie Sicht zu bekommen — auch das ist eine Störung.
- Keine Klangattrappen. Vogelrufe vom Handy abzuspielen, um Tiere anzulocken, ist in Schutzgebieten verboten und stresst brütende Vögel erheblich.
- Auf dem Weg bleiben. Kein Motiv rechtfertigt einen Schritt ins Unterholz.
- Drohnen sind in Costa Ricas Nationalparks ohne Genehmigung nicht erlaubt.
Die beste Zeit
Früher Morgen, kurz nach Sonnenaufgang: Dann sind die Tiere aktiv, das Licht kommt flach durch den Wald, und der Nebel im Nebelwald steht noch. Gegen Mittag wird es still — und am späten Nachmittag beginnt die zweite aktive Phase. In der grünen Zeit regnet es meist nachmittags; die Vormittage bleiben oft klar.
Der beste Rat
Fragen Sie Ihren Guide, bevor Sie sich einem Tier nähern. Die einheimischen Naturführer wissen genau, wie weit man gehen kann — und sie sehen zehnmal mehr als jeder Besucher.